Unsere Leistungen Magen-/Darmdiagnostik 

Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchraumes

Nach der körperlichen Untersuchung und der Auswertung von Laborbefunden stellt die Sonographie des Bauchraumes den nächsten diagnostischen Schritt bei Verdacht auf Erkrankungen der Organe des Bauchraumes dar. Untersucht werden alle nicht lufthaltigen (parenchymatösen) Organe. Lufthaltige Organe wie Magen oder Darm können durch die Sonographie nur sehr eingeschränkt beurteilt werden. Hier kommen endoskopische Verfahren zum Einsatz. Gut hingegen lassen sich Leber, Gallenblase, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Milz, die Bauchgefäße sowie Blase, Prostata und Gebärmutter beurteilen. Ein vollkommen unauffälliger sonographischer Befund schließt ernstere Erkrankungen der genannten Organe in der Regel aus.

Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie)

Bei einer Magenspiegelung werden Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm mit einem flexiblen schlauchförmigen Instrument (Gastroskop) unter Sicht direkt beurteilt. Der große Vorteil des Untersuchungsverfahrens besteht darin, dass bei suspekten Befunden direkt Gewebsprobenentnahmen für die mikroskopische feingewebliche Untersuchung entnommen werden können. Da die Untersuchung zwar nur kurz dauert (in der Regel 3-5 min.), für den Patienten jedoch eine gewisse Belastung bedeutet, wird von Fall zu Fall entschieden, ob die Gastroskopie mit oder ohne Sedierung/Narkose durchgeführt wird. Die Hauptindikationsbereiche für die Untersuchung sind u.a.:

  • Abklärung unklarer Schmerzzustände im Oberbauchbereich
  • Abschätzung einer Speiseröhrenentzündung bei häufigem Sodbrennen
  • sogenanntes Screening-Verfahren bei unklaren Laborwertveränderungen (z.B. unklare Entzündungsreaktionen oder unklare Blutarmut)
  • Nachweis einer Helicobakterfehlbesiedelung

Vorsorgedarmspiegelung (Präventivcoloskopie)

Seit dem 01.10.2002 ist die Darmspiegelung (Coloskopie) auch offizieller Bestandteil des Vorsorgeprogramms der gesetzlichen Krankenkassen.

Nach neuesten Statistiken erkranken jährlich in der Bundesrepublik Deutschland ca. 60.000 Menschen an einem Dickdarmkrebs, mehr als 30.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen dieser Erkrankung. Somit ist das Dickdarmkarzinom der zweithäufigste Tumor bei Mann und Frau. Häufiger tritt lediglich das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) bei Männern, vorwiegend bedingt durch das Zigarettenrauchen, und der Brustkrebs (Mammakarzinom) bei der Frau auf.

Die bisher praktizierten Vorsorgemaßnahmen, wie zum Beispiel der Hämoccult-Test (Nachweis versteckten Blutes im Stuhl), haben bei der Früherkennung des Dickdarmkarzinoms versagt. Vor allem in den Jahren des Polypenwachstums ergibt sich nun die Möglichkeit, den noch gutartigen Polypen in den allermeisten Fällen während der Darmspiegelung selbst abzutragen. Durch diese Maßnahme ist dann die Gefahr der Krebsentstehung gebannt. Wird aber das Stadium des gutartigen Polypenwachstums verpasst, kommt es je nach Lokalisation des entarteten Polypen erst recht spät zu den Erscheinungsformen des Dickdarmkrebses. Diese reichen u.a. von Bauchkrämpfen, neu auftretenden, länger anhaltenden Durchfällen, Blutbeimengungen zum Stuhl bis hin zum kompletten Darmverschluss.

Durch die Darmspiegelung (Coloskopie) als Vorsorgeuntersuchung erhoffen wir uns, die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an einem Dickdarmkarzinom deutlich zu verringern. Insbesondere auf Initiative der Deutschen Krebshilfe, allen voran der Felix-Burda-Stiftung,  werden die Kosten für eine Vorsorgedarmspiegelung ab einem Alter von 55 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Sollten Sie aus einer Familie stammen, in der bereits Darmpolypen oder sogar ein Dickdarmkarzinom aufgetreten sind, ist es sehr ratsam, eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung bis zum 40. Lebensjahr durchführen zu lassen, da eine erbliche Veranlagung für das Entstehen bösartiger Dickdarmerkrankungen gesichert ist. Besonders erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang, dass bei den privaten Versicherungen eine Altersvorgabe zur Dickdarmuntersuchung nicht gegeben ist.

Darmspiegelung (Coloskopie)

Bei der Darmspiegelung werden nach festgelegten Abführmaßnahmen der sog. Krummdarm (Sigma), der gesamte Dickdarm sowie die letzten Zentimeter des Dünndarms (Ileoskopie) unter Sicht direkt beurteilt. Falls keine größeren, meist operationsbedingten Verwachsungen im Bauchraum bestehen, kann die Untersuchung in der Regel ohne eine begleitende Schmerztherapie oder Sedierung/Narkose durchgeführt werden. Je nach individuellen anatomischen Besonderheiten dauert eine Coloskopie in der Regel zwischen 20 und 90 Minuten. Der große Vorteil der Untersuchung besteht darin, dass Schleimhautveränderungen in sehr frühen Stadien erkannt und biopsiert (Entnahme von Gewebsproben) werden können. Ein unbestrittener Vorteil der Coloskopie ist die Früherkennung von bösartigen Darmtumoren, respektive deren Vorstadien den Darmpolypen. Diese können unter bestimmten Bedingungen direkt mit einer Schlinge abgetragen werden (Polypektomie). Desweiteren wird zu einer Coloskopie bei unklaren Darmerkrankungen geraten (z.B. Blut im Stuhl, entzündliche Darmerkrankungen, unklare Durchfälle, unklare Blähungen, häufige meist kolikartige Schmerzzustände im Bereich des Bauchraumes etc.). Bei der sog. Sigmoidoskopie wird die endoskopische Untersuchung des Dickdarms lediglich auf den letzten 40 - 50 cm durchgeführt. Der Vorteil dieser Untersuchung liegt darin, daß die 24-stündige Vorbereitung, die eine Coloskopie erfordert, entfällt. Stattdessen wird eine ausreichende Darmreinigung durch Gabe eines Einlaufs gewährleistet. Abgesehen von einigen Ausnahmen erfordert jedoch eine Sigmoidoskopie auch bei unauffälligem Ergebnis in der Regel eine Spiegelung des kompletten Dickdarms. Deshalb raten wir in unserer Praxis meist direkt zu einer endoskopischen Untersuchung des gesamten Dickdarms.

Rektoskopie/Proctoskopie

Bei dieser Untersuchung werden die letzten 10 - 15 cm des Dickdarms (Rectum) mit einem starren Instrument untersucht. Eine Vorbereitung ist nicht erforderlich. Das Rectoskop/Proctoskop wird in Linksseitenlage des Patienten eingeführt. Es besitzt eine externe Lichtquelle, die beim Zurückziehen des Instrumentes eine Beurteilung der Schleimhaut erlaubt. Auch im Rahmen dieser Untersuchung können Gewebsproben entnommen werden. Meist wird die Untersuchung zur Abklärung hellroter Blutabgänge durch den Enddarm eingesetzt. Häufig finden sich mehr oder weniger ausgeprägte Hämorrhoidalleiden oder sog. Analfissuren (Schleimhauteinrisse). Bei nicht allzu ausgeprägten Hämorrhoiden kann eine Verödungstherapie (Sklerosierung) versucht werden. Diese wird ebenfalls in unserer Praxis durchgeführt.

Die "sanfte Endoskopie" — Endoskopie in Narkose

Aus Angst vor Schmerzen, Würgereiz oder Übelkeit schrecken viele Menschen davor zurück, sich einer endoskopischen Untersuchung zu unterziehen, obwohl ihnen oft eindringlich von ihrem behandelnden Arzt hierzu geraten wird. Aus den gleichen Gründen wird auch allzu oft wertvolle Zeit verschenkt, da aus Angst vor der evtl. bevorstehenden endoskopischen Diagnostik eindeutige Warnsignale, wie beispielsweise neu aufgetretenes Blut im Stuhl oder unspezifische "Magenschmerzen" bewusst bagatellisiert oder ignoriert werden. Vor diesem Hintergrund haben wir in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Facharzt für Anästhesie ein spezielles Konzept entwickelt, das sowohl den Bedürfnissen des Patienten nach einer schmerzfreien "komfortablen" Untersuchung, als auch denen des Endoskopikers nach optimalen Untersuchungsbedingungen Rechnung trägt.

Am Tag der Untersuchung erscheinen Sie nüchtern (Gastroskopie), oder nach der am Vortag begonnenen "Vorbereitungsprozedur" (Coloskopie) in der Praxis. Nach einem Aufklärungsgespräch mit dem Anästhesisten, in dem alle noch offenen Fragen beantwortet werden, bekommen Sie im Untersuchungsraum über einen Gefäßzugang verschiedene Medikamente verabreicht. Diese bewirken einen tiefen Schlaf sowie absolute Schmerzfreiheit. Die Narkose während der Untersuchung, an die Sie sich in der Regel nicht mehr erinnern werden, dauert zwischen 5 und 45 Minuten. Da die verabreichten Medikamente nur sehr kurz wirken, sind Sie in aller Regel unmittelbar nach der Untersuchung wieder bei vollem Bewusstsein. Dies ist ein Unterschied zur herkömmlichen Narkose, nach der ein Patient möglicherweise stundenlang in einem Aufwachraum unter Beobachtung bleiben muss. Bei unserem Verfahren sind Sie in der Lage, das Ergebnis Ihrer Untersuchung unmittelbar nach der Endoskopie mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Die Untersuchung in Narkose bietet zahlreiche Vorteile, von denen im Folgenden nur einige exemplarisch genannt werden:

  • Durch den tiefen Schlaf des Patienten hat der Endoskopiker optimale Untersuchungsbedingungen, gerade sehr kleine Befunde oder Regionen, die sehr schmerzempfindlich sind können ideal untersucht werden.
  • Gewebsproben von pathologischen Arealen im Magen oder Darm können zielgenau entnommen werden, da der Patient während der Untersuchung absolut ruhig liegt und seine gewollten oder ungewollten Bewegungen die Gewebsprobenentnahme nicht erschweren.
  • Blutdruck und Puls bleiben im "normalen" Bereich, da es zu keiner Stressreaktion des Körpers kommt. Außerdem werden alle Herz- Kreislaufwerte während der Untersuchung durch den Anästhesisten kontinuierlich überwacht.

Kein operativer oder diagnostischer Eingriff und kein Narkoseverfahren ist ohne Risiko, da die Narkose aber von einem erfahrenen Anästhesisten durchgeführt und überwacht wird, ist die Komplikationsgefahr sehr gering. In einem Vorgespräch werden offene Fragen geklärt, ggf. wird mit Ihnen individuell erläutert, ob eine Narkose für Sie möglich und sinnvoll ist.

Zuweilen kommt es nach der Untersuchung zu Schwindel und Müdigkeit, hervorgerufen durch die noch nicht vollständig abgeklungene Narkose. Diese Symptome verschwinden in der Regel jedoch nach wenigen Minuten.

Nach einer Narkose ist es dem Patienten für 24 Stunden untersagt, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen. Das bedeutet, dass Sie sich nach der Untersuchung abholen lassen müssen, oder aber ein Taxi nach Hause nehmen. Am Tag der Untersuchung sind Sie arbeitsunfähig.

Insbesondere bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankung ist die Anwesenheit eines Anästhesisten während der Untersuchung sinnvoll, da er ununterbrochen den Patienten überwacht. In wie weit durch spezielle Vorerkrankungen das Risiko für eine Narkose steigt, klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen. Durch die enge Abstimmung zwischen dem Internisten, der Sie untersucht und dem Anästhesisten kann das für Sie optimale Narkoseverfahren gewählt werden.

Abschließend sei erwähnt, dass Sie während der gesamten Untersuchung spontan atmen, eine künstliche Beatmung ist nicht erforderlich. Der Bewusstseinszustand ist jedoch dem einer Vollnarkose mit maschineller Beatmung ähnlich.

Falls Sie Interesse an einer Endoskopie in Narkose haben, wenden Sie sich bitte zur Terminabsprache an das Praxisteam.